Anwenderbericht von Dr. Alexandre Franco

Als Zahnarzt treffe ich immer wieder auf Patienten mit einem einzelnen, dunkel verfärbten Zahn. Da dies ein sehr verbreitetes Phänomen ist, kennen sicherlich die meisten Anwender derartige Fälle. Der erste Gedanke ist häufig, dass es sich um einen devitalen Zahn handelt, der bereits endodontisch behandelt wurde. Folglich wäre eine Zahnaufhellung für devitale Zähne sinnvoll, um die dunkle interne Verfärbung zu beseitigen. Das wäre doch die einfachste Methode, oder?


Doch in einigen Fällen enthüllen Röntgenbilder und Vitalitätsprüfungen überraschend andere Umstände. So auch im folgenden Fall: 

Vor Kurzem stellte sich eine Patientin, etwa Mitte dreißig, in meiner Praxis vor. Ihre allgemeine Mundgesundheit und auch ihre Mundhygiene waren tadellos. Lediglich Zahn 2.2 zeigte eine deutliche dunkle Verfärbung und machte die Patientin sehr unzufrieden (Abbildung 1). 


Abbildung 1: Ausgangssituation vor der Zahnaufhellung.


Wie eingangs erwähnt, vermutete ich zunächst einen devitalen Zahn aufgrund einer Wurzelbehandlung und ging davon aus, dass sich das Problem ganz einfach mit einer Zahnaufhellung für devitale Zähne beseitigen ließe. Nach einer gründlichen Untersuchung mit Hilfe von Röntgenbildern (Abbildung 2) und Vitalitätsprüfungen wurde jedoch deutlich, dass der Zahn immer noch vital war und sehr gut auf den thermischen Test reagierte. Zudem existierten keine Anzeichen einer Zugangskavität auf der palatinalen Seite des Zahns. Folglich nahm ich an, dass ein Trauma hinter der Verfärbung stecken könnte. Auf meine Nachfrage hin erzählte mir die Patientin die wahren Gründe für ihren dunklen Zahn. 


Abbildung 2: Röntgenbild - Vitalitätsnachweis des Zahns.


Die Patientin war früher aktive Hobby-Kickboxerin gewesen. Vor etwa zehn Jahren versetzte ihr Gegner ihr einen Schlag ins Gesicht. Dabei wurde auch der Zahn der Patientin in Mitleidenschaft gezogen. Infolge dieses Traumas entstand die dunkle Verfärbung. 

Nun mussten die Details des vorliegenden Falls genauer analysiert werden. Entscheidend war, was nach dem Schlag, also dem Trauma, mit dem Zahn geschah. Der Zahn verfärbte sich nicht nur oberflächlich. Vielmehr war es infolge des Traumas im Zahninneren zu einer dystrophische Kalzifizierung gekommen, welche die unschöne Verfärbung verursachte. Konkret handelt es sich dabei um eine Veränderung im Inneren des anorganischen Zahnbereichs, die bei genauerer Betrachtung auf dem Röntgenbild sichtbar wird.

Meine Patientin - und vor allem ich - suchten nun nach einer natürlichen und idealerweise nicht invasiven Behandlungsmethode. Daher empfahl ich anstelle einer Restauration zunächst eine Zahnaufhellung. Obwohl ein Whitening in solchen Fällen herausfordernd sein kann, liegen die Vorteile klar auf der Hand: die natürliche Zahnsubstanz bleibt vollständig erhalten. Zudem ist die Behandlung einfach und nicht invasiv. 

Vor dem Whitening wurde eine professionelle Zahnreinigung mittels Ultraschall-Scaling und einer Prophylaxepaste durchgeführt. 

Die initiale Farbbestimmung für Zahn 2.2 ergab die Farbe A3. 

Ich entschied mich für die Verwendung eines Aufhellungsgels mit geringer Konzentration, um eine Vorstellung von der Komplexität des Falls zu bekommen. Meine Wahl fiel auf Opalescence™ PF mit 16% Carbamidperoxid (Ultradent Products) und individuelle Schienen. 

Nach der Herstellung der Schienen wies ich die Patientin in die Pflege der Schienen und die Verwendung des Aufhellungsgels ein. Die Patientin sollte das Gel ausschließlich auf den betroffenen Zahn 2.2 auftragen. Der Bereich wurde mit einem Stift markiert. Wir zeigten der Patientin konkret, wie dieser Bereich mithilfe der anwenderfreundlichen Spritze mit Opalescence PF Gel gefüllt werden kann. Aufgrund seiner klebrigen, viskösen Formel bleibt das Gel am Zahn haften und fließt nicht aus der Schiene. Dadurch ist eine sichere Zahnaufhellung gewährleistet.

Nach dieser ersten Einweisung in der Praxis setzte die Patientin die Zahnaufhellung bequem zu Hause über einen Zeitraum von fünfzehn Tagen, à vier Stunden täglich, fort. 

Beim Kontrolltermin nach fünfzehn Tagen wurde die Zahnfarbe erneut bestimmt. Das Ergebnis ergab erfreulicherweise nun die Farbe B1 (Abbildungen 3 und 4). Meine Patientin war von diesem beeindruckenden Ergebnis begeistert, vor allem im Hinblick auf den geringen erforderlichen Aufwand. Sie hatte die Behandlung als äußerst angenehm und unkompliziert erlebt. Außerdem gefiel ihr die Möglichkeit, die Schienen überall und jederzeit tragen zu können – ohne Einschränkungen.


Abbildungen 3 & 4: Endergebnis nach der Zahnaufhellung.


Ich freute mich natürlich auch sehr über den Erfolg meines sorgfältig ausgewählten, nicht invasiven Behandlungsprotokolls.

Wie bereits erwähnt, hatte ich mich bewusst für ein niedrig konzentriertes Aufhellungsgel entschieden, um die Behandlung möglichst schonend und so wenig invasiv wie möglich zu gestalten. Diese Entscheidung stellte einen bedeutenden Teil meiner Diagnose dar und bestätigte, welch großartigen Ergebnisse sich mit einem niedrig konzentrierten Gel erzielen lassen. Der Vorteil dieser Methode ist weiterhin, dass alle anderen Behandlungsoptionen offen bleiben. Wäre das Ergebnis nicht zufriedenstellend gewesen, hätten wir die Behandlung mühelos fortsetzen können, eventuell sogar mit invasiveren, restaurativen Techniken.

In diesem Fall war ich allerdings sehr positiv gestimmt, dass keine weiteren Maßnahmen erforderlich waren!


Opalescence Syringe Expressing into Tray 3D-1

 

Über den Autor: 

Dr. Alexandre Franco

 * Privatpraxis in Figueira da Foz, Portugal
 * Aufbaustudium in Kieferorthopädie (Brasilien)
 * Aufbaustudium in Implantologie (Brasilien)
 * Masterabschluss in Zahnmedizin (Portugal)